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Blogger & Authentizität – Wie viel Ehrlichkeit steckt noch hinter einem Blog?

Im heutigen Post gehe ich auf ein Thema ein, das mich in letzter Zeit als Blogger sehr beschäftigt hat – die Authentizität von Bloggern. Ich war mir am Anfang nicht sicher, ob ich überhaupt darüber schreiben sollte, schließlich könnte das von vielen falsch verstanden werden. Zusammen mit Iman von Pennies & Miles habe ich mich dann aber doch dazu entschieden, ihr könnt meine Meinung zu diesem Thema hier lesen und Imans auf ihren Blog. Für mich ist Authentizität beim Bloggen sehr wichtig, denn ihr die Leser, seid das eigentliche Kapital eines Blogs und nicht Geld das man damit verdient. Diese Tatsache scheinen aber viele Blogger zunehmend zu vergessen.

Die Bloggerszene ist einem stetigen Wandel unterzogen. Täglich poppen neue Blogs im WWW auf und immer mehr Blogger wollen sich am Markt etablieren und dann auch tatsächlich davon leben. Die Entwicklung, dass Blogger für ihre Blog-Arbeit auch bezahlt werden wollen ist ja auch völlig legitim und nachvollziehbar, in letzter Zeit gerät diese Entwicklung, meiner Meinung nach, aber zunehmend außer Kontrolle & wirkt sogar schon ein wenig lächerlich.

Blogger sind Meinungsbildner, was auf ihren Blogs und Instagram Accounts publiziert wird spiegelt ihr persönliches Interesse und ihre persönliche Empfehlung wieder. Das war zumindest mal die Idee dahinter. Doch ist das noch immer so bzw. wie viele Blogger geben noch immer ihre persönliche & auch ehrliche Meinung wieder? Wenn ich mir die Bloggerszene und insbesondere Instagram so ansehe und was dort mittlerweile alles beworben wird, bekomme ich so meine Zweifel. Sind viele Blogger mittlerweile nicht nur mehr günstigere Werbekanäle für Unternehmen geworden, um ihre vermeintliche Zielgruppe zu erreichen?

Ich lese selbst andere Blogs und verfolge viele Blogger auf Instagram. Leider muss ich sagen, dass ich zunehmend an der Authentizität vieler Blogger zweifle. Mittlerweile wird Waschmittel oder Zahnpasta auf den Instagram Accounts von vielen Fashion-, Food- oder Lifestylebloggern gegen Bezahlung beworben. Ohne Geld würden diese Blogger wohl kaum ein Bild mit einem Waschmittel oder auch Zahnpasta auf ihren Accounts stellen, denn das ist ja nicht Instagramfeed tauglich. Oder es wird in einer Woche Werbung für einen Süßwaren- oder Teehersteller gemacht und in der darauffolgenden für das Konkurrenzunternehmen. Es mag ja schon sein, dass man die Produkte beider Unternehmen toll findet, irgendwie zweifelt man aber dann trotzdem an der Glaubwürdigkeit des Bloggers, zudem die Posts dann auch noch mit #ad oder #gesponsert gekennzeichnet sind und man weiß, dass für den Post Geld vom Unternehmen geflossen ist. Ich würde George Clooney ja auch nicht mehr den Slogan „Nespresso. What else?“ abkaufen, wenn er nun auch Werbung für ein Konkurrenzunternehmen macht.

Zum oben genannten Punkt kommt aber noch hinzu, dass viele Blogger für Produkte Werbung machen, die so gar nicht zu ihrem Profil passen. Ich glaube keinem Blogger, der sich immer mit gesundem Food auf Instagram zeigt, dass er Coca-Cola liebend gern trinkt. Werbung wird dafür aber trotzdem gemacht. Und hier ist auch der springende Punkt, es scheint so, als würden Blogger alles toll finden, solange sie dafür bezahlt werden. Ich denke viele Blogger stecken in einer Zwickmühle, sie möchten mit dem Bloggen Geld verdienen und davon auch tatsächlich leben können. Bei richtig großen Bloggern funktioniert das auch, sie können sich ja aussuchen mit wem sie kooperieren wollen. Mittelgroße Blogger können aber nicht jeden Auftrag ablehnen, auch wenn sie vielleicht nicht 100% hinter dem Produkt oder der Marke stehen, wenn sie gutes Geld mit dem Blog verdienen möchten. Die nächste Gucci oder YSL Tasche muss ja schließlich finanziert werden. Doch auch Unternehmen, die Kooperationen mit Bloggern eingehen sind nicht immer ganz unschuldig an solchen Situationen. Denn viele Unternehmen, die mit Bloggern zusammenarbeiten, scheinen gar nicht darauf achten, ob der Blogger vielleicht nicht schon mit der Konkurrenz kooperiert hat oder überhaupt richtig zur Marke passt und die Zielgruppe des Produktes anspricht. Hauptsache die Followerzahl ist groß. Hier gilt bei vielen nach wie vor Quantität statt Qualität.

Hat das Bloggen also tatsächlich noch etwas mit Authentizität zu tun? Kann ich den Bloggern noch vertrauen, oder würde er mir alles andrehen wollen, solange die Kohle dahinter stimmt? Jetzt mag der eine oder andere vielleicht sagen, das ist ja in der kommerziellen Werbung nicht anders, hier wird einem auch alles aufgeschwatzt. Richtig, aber hier wissen wir auch, dass es Werbung ist und es sich nicht um Meinungsbildner handelt, die vorgeben ihre persönliche Meinung wiederzugeben. Der verzweifelte Versuch, den manche Blogger an den Tag legen, um bekannter zu werden und ein Stück vom Kuchen abzubekommen ist leider sehr traurig mitanzusehen. Es wirkt schon fast so, dass viele Blogger sich gezwungen fühlen mit möglichst vielen Unternehmen zu kooperieren mit denen auch andere Blogger bereits kooperiert haben oder zur gleichen Zeit kooperieren. Die Furcht nicht groß als Blogger zu werden und nicht mit den bestehenden Topbloggern in irgendeiner weise mithalten zu können führt dazu, dass die Ehrlichkeit von Blogs zunehmend in Frage gestellt werden muss. Ich will hier nicht sagen, dass jeder Blogger seine LeserInnen belügt, um Gotteswillen nein, es ist aber so, dass mittlerweile oft Produkte und Marken gerne am Blog oder auch auf Instagram positioniert werden, die der Blogger sich nicht selbst kaufen würde, geschweige denn einmal selbst nachkaufen würde. So sollte es eigentlich nicht sein, denn wenn mir ein Produkte so gut gefällt, dass ich der Meinung bin, das sollten auch meine Leser kennen, dann bin ich auch bereit das Produkt selbst zu kaufen und einen Post zu machen ohne dafür bezahlt zu werden. Bezahlte Kooperationen sind an sich etwas tolles und jedem sei es vergönnt, der mit seinem Blog bereits Geld machen kann, für jeden Preis muss das aber nicht sein, denn am Ende und es wird die Zeit kommen, wo man die Blog-Arbeit niederlegt, muss man sich noch selbst in den Spiegel schauen können.

Schaut doch auch bei Iman von Pennies & Miles vorbei. Sie hat auch ihre Gedanken dazu niedergeschrieben. Hier geht’s zum Beitrag.

Bis bald!

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1 Comment

  • Reply Ginny

    gut geschrieben!
    das mit coke ist mir auch aufgefallen bzw gabs auch mal Werbung für mcdonalds. da hab ich mir echt nur mehr gedacht: „jaja, genau, als ob DU da essen würdest!“ *lol*
    was ich aber echt überhaupt nicht mag ist, wenn es sowas von offensichtlich werbung ist, und dann nicht als solche gekennzeichnet ist!

    März 24, 2017 at 8:38 am
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